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tauchkurse

Dienstag, 08. September 2009

wir sind seit vier tagen zurück auf der mavi – das boot ist nun voll – nach und nach kamen viele neue gäste an und so hat sich das boot stetig gefüllt. zusätzlich haben wir gestern mit dem cmas*-kurs angefangen, ich assistiere hanne dabei.
drei personen nehmen daran teil, darunter eine junge frau mit nur einem bein. ich bin begeistert wie agil sie die flossenleiter hinten am boot hinauf klettert – als hätte sie ihr lebtag nichts anderes getan – ihr müsstet sehen wie schwer das im vergleich vielen zweibeinern fällt ;-) .

wir haben im kurs nun schon drei tauchgänge und zwei theoriestunden hinter uns und ich fühle mich schon recht gut hinein. es macht sehr viel spaß hanne bei den kursen zuzuschauen, sie scheint für’s unterrichten geboren zu sein – so wie auch für’s tauchen. also kleb’ ich immer hinten dran und schau’ mir ab was nur geht, ich werde sehen was ich davon übernehmen kann und werde.

den orientierungskurs den ich geben werde habe ich fertig, ihn hanne zur durchsicht gegeben und auch noch an ein paar kleinen stellen optimiert – diesen werde ich voraussichtlich nächste woche beginnen.

es läuft also bisher alles nach plan, mein körper fühlt sich gut an, nur zum nachdenken komme ich nach wie vor nicht sehr häufig – vielleicht ist das auch ganz gut so, ich weiß es nicht. meinen göttergatten vermisse ich langsam, noch 5 tage, dann ist er hier bei mir – darauf freue ich mich sehr! ansonsten sind alle wirklich ausgesprochen nett zu mir. mit cenk, mehmet und osman habe ich auf der mavi sehr viel spaß, mehmet und osman quaken mich nur noch auf türkisch zu – sie sind wohl der meinung ich solle nun doch zügig etwas mehr türkisch lernen. cenk erlöst mich ab und zu und übersetzt ins englische. besonders lieb sind auch die jungs unten vom restaurant, sie winken oft von weitem zum abschied hinter her und im hafen rufen mir die jungs von der bougainville (sie liegt vier meter weiter): “iki şekerle” zu, weil sie meinen akzent niedlich finden wenn ich meinen çay gerne mit zwei stück zucker möchte. und tevfik, der chef von bougainville adventure sports sagte ich wäre immer eingeladen wenn ich mal auf seinem boot mittauchen möchte. fast schon ist es etwas unheimlich wenn alle menschen um dich herum so fröhlich sind, aber vielleicht bin ich eben auch ein mensch frohen mutes…

macht auf jeden fall gute laune hier und mit stickstoff ist ja alles immer noch etwas rosiger ;-) .

aloha gina

p.s. wieder 1000 dank an michael für die coolen unterwasserfotos von der flabellina, der amphore, dem canyon wreck und der dc3!

uluburun und mee(h)r

Sonntag, 30. August 2009

gestern und heute war ich kurzzeitig mit unseren gästen zwei tage zurück auf der mavi, denn die kandidaten der tl1-prüfung haben diese überstanden und die teilnehmer der apnoetauchlehrerprüfung waren noch nicht angekommen. so konnten wir zwei tage entspannt von der mavi aus tauchen, die zum einen mehr platz bietet, man zum anderen unter sich ist und zu guter letzt sie eben an gewissen stellen kleine aber feine unterschiede aufweist – z.b. solche dinge wie die höhere sitzbank und die großzügigen ablageflächen.
ab morgen ist das kurze intro aber vorbei und ich bin wieder bis samstag auf der bougainville.

es kommt nun ja aber nicht in erster linie auf das schiff an, sondern großteils auf die tauchplätze. einer davon ist die uluburun. nein – es handelt sich aber nicht um die originale spätbronzezeitliche uluburun (14. jahrhundert v. chr.), die 1982 in der nähe von kaș entdeckt wurde und dereren ausgrabung von 1984 bis 1994 stattfand, sondern um einen nachbau. dieser wurde 2006 in kaș angefertigt und kurz darauf in der nähe des sogenannten tauchplatzes chicken beach versenkt. während das wrack 2007 noch recht ansehnlich war und aufrecht in vollen segeln stand, ist es nun nach rechts gekippt und so zerfallen, das an ein ernsthaftes hineintauchen nicht mehr zu denken ist – naja es gibt eben kein richtiges “hinein” mehr…
im wrack und daneben auf dem nachgestellten ausgrabungsfeld befinden sich nachbauten der ehemaligen ladung – metallbarren und amphoren. die echte uluburun hatte 354 kupferbarren und 121 plankonvexe barren (insg. ca. 10 tonnen), zinnbarren (ca. 1 tonne), blauglas (ca. 350 kg), terebinthenharz, ebenholz, sowie elfenbein geladen. daneben wurden eicheln, mandeln, feigen, oliven, granatäpfel, töpferwaren, sowie schmuck aus gold und silber, bronzewerkzeuge und waffen an bord gefunden. der nachbau des originalen wracks liegt an der tiefsten stelle auf 35 metern und ist mit seilen am ufer befestigt, unter denen sich öfters mal dicke zackis herumtreiben.
der tauchplatz bringt aber auch im flacheren bereich auf jeden fall viel spaß, auf der angrenzenden seegraswiese kann man nicht nur einen einblick in die kinderstube der fische bekommen, sondern auch immer wieder einen schwarm von kalamaren beobachten.

den canyon vom oberen foto könnt ihr dort allerdings genauso wenig entdecken wie die schildkröte ;-) – die makrelen und den oktopus beim nachttauchgang hingegen aber schon.

so genug geschnackt – morgen geht’s mit zusätzlich 5 neuen gästen ins wasser – gut blubb!
aloha gina

p.s. danke 1000-fach an michael für die coolen unterwasserfotos von der aktuellen uluburun, dem canyon, der schildkröte. den makrelen und dem oktopus!

malta kann ich nur empfehlen

Mittwoch, 04. Juni 2008

coral cave

Bild 1 von 4

juhu, ich bin wieder in norddeutschland angekommen!

was gibt’s zu erzählen? first of all: malta ist zum tauchen eine sehr gute wahl, aber das ist denke ich den meisten tauchern klar.
das octopus garden diving centre war auf jeden fall ebenfalls eine entscheidung, die vermutlich besser nicht hätte fallen können.

malta über wasser

malta ist eine stark besiedelte, wenn nicht gar zersiedelte insel, allerdings mit zum teil wunderschöner architektur, die nach maurischen einflüssen aussieht und deren holzerker ich aus den ehemals griechischen siedlungen in der türkei kenne.
ein besuch der hauptstadt valletta lohnt sich auf jeden fall. ebenfalls sehenswert ist die, auch stille stadt genannte, ehemalige hauptstadt mdina (hat mich irgendwie an venedig erinnert, weil auch eine art outdoor museum).

auf malta wird malti gesprochen, eine semitische sprache mit lateinischen buchstaben. diese aus einem arabische dialekt entstandene sprache ist aber gefüllt mit französischem und italienischem vokabular und auch die phonetik mutet italienisch an. da aber nahezu jede/r die zweite amtssprache englisch spricht (malta ist erst 1964 von großbritannien unabhängig geworden) gibt es für touristen praktisch keinen grund es zu lernen. ich fand es dennoch eine gute idee ein phrasenbuch zu kaufen, vieles kennt man, z.b. sind die zahlen nahezu identisch mit den arabischen. selbst wenn die malteser kein englisch sprechen würden wären sie bestimmt immer zur konversation mittels händen und füßen breit.

es gibt nahezu keinen platz auf der insel, den man nicht mit dem öffentlichen personennahverkehr erreichen kann. die busse sind alle weiß-gelb-orange und mit solchen schnörkeln versehen, die ich auch von arabischen und zentralafrikanischen bussen kenne. den fahrplan sollte man nicht zu ernst nehmen, aber die busse die mit ihrer nummer an der haltestelle vermerkt sind, fahren dort auch. nur die intervalle stimmen nicht mit dem plan überein, wenn aber ein bus kommen müsste wird er auch irgendwann kommen. die busfahrer sind zwischen tür und angel zu aussagen zu bewegen; da diese oft sehr knapp ausfallen mag es sein, dass sie nicht sehr hilfreich sind ;-)

malta hat kaum trinkwasser, soweit ich weiß besitzt es vier meerwasserentsalzungsanlagen. daher ist sparsamkeit bezüglich des wasserverbrauchs geboten und das wasser schmeckt unverkennbar nach osmoseanlage, eklig aber die haare sind nach dem duschen wunderbar weich.

die malteser sind freundlich, locker, tolerant und dennoch sehr katholisch. an jeder  zweiten hauswand ist eine kleine maria oder ein anderes religiöses motiv zu finden. schwangerschaftsabbruch ist strafbar und oben ohne baden verboten, dennoch wirkte das flair auf mich nicht unangenehm, was mich verwundert, denn meine ausgesprochen katholische erziehung hat viele wunde punkte bei mir hinterlassen.
man sagt es gäbe auf malta 365 katholische kirchen, ich habe auch wirklich vieieiele gesehen, die scheinbar aber kaum läuten, denn ich hatte kein problem bei offenem fenster am sonntag morgen auszuschlafen ;-)
historisch werden die 98% katholizismus damit begründet, dass der apostel paulus im jahr 60 n. chr. an der kleinen felseninsel selmunetta schiffbruch erlitten haben soll.

malta unter wasser

das wasser hatte 18-20 °C, konnte also mit meinem biopren ;-) und einem 7mm anzug ohne eisweste aber mit haube und handschuhen betaucht werden. für empfindlichere oder schlankere naturen eher mit eisweste oder gar trocki.
die basis des octopus garden diving centres liegt direkt im hafen in st. paul’s bay und ist sehr gut organisiert und ausgerüstet. in der ersten woche haben wir meist bootstauchgänge, in der zweiten woche eher landtauchgänge unternommen. zu wasser waren wir mit einem kleinen boot oder einem größeren landestypischen bunten luzzu unterwegs, welches die zwei augen des osiris vorne an den bug gemalt hatte. die kapitäne war ebenfalls sehr nett, der eine etwas gesprächiger als der andere aber immer saß vor dem reinspringen eine hand unmerkbar an der flasche oder ein fuß hilfreich an der flosse. auch nach dem auftauchen wurde ideale hilfe geboten – lustige geschichten haben sie auch erzählt ;-)

die wetterlage hat neben den zahlreichen steilwänden und canyons das betauchen der comino caves, der alex cave, der coral cave, der höhlen in der anchor bay (bei popeye village), des blue hole, des rozi wracks, der imperial eagle, der P29 boltenhagen und der um el faroud erlaubt.
am besten haben mir die coral cave, die höhlen in der anchor bay, die imperial eagle und die um el faroud gefallen.

zu udo, uwe und stefan von der tauchbasis ist zu sagen: jungs, ihr seid einfach klasse! trotz teils ungünstiger windlage haben die drei immer versucht tauchplätze anzulaufen, die ich noch nicht kannte. so viele beeindruckende höhlen und wracks in so kurzer zeit habe ich nicht für möglich gehalten. die atmosphäre war trotz der brillanten zeitplanung immer stressfrei und entspannt.

malta ist ein sehr schönes tauchgebiet, die tagesausflüge zu den benachbarten inseln gozo und comino haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. zu sehen gibt es nebst den höhlen und der wracks conger aale, bärenkrebse, barrakudas, seeanemonen, korallen, garnelen, seespinnen, langusten, oktopusse, zeus faber (!), sepien, kalamare, seezungen, diverse große und kleine drachenköpfe, die übliche mittelmeerfauna und -flora aber auch mir bisher unbekanntes wie z.b.  filigranwürmer (filograna implexa) – es war also nie durchschnittlich.

wir sind mir air malta geflogen, was zwar gut und günstig ist, aber anstatt der gewohnten 30 kg zusätzlichem tauchgepäck nur 15 kg zulässt, das kann bei meinem halcyon jacket mit integriertem blei etwas aufwändig werden. wenn nicht direkt über air malta, sondern über tui und konsorten gebucht wird, scheint das wohl laxer gehandhabt zu werden.

mein fazit: fahrt da hin, denn auch ich komme auf jeden fall wieder!

aloha gina