mit dem phänomen der halokline habe ich mich peripher vor jahren zum ersten mal auf grund meines vortrags in ozeanographie (mein nebenfach im studium) beschäftigt – mein vortrag handelte von internen wellen.
dazu hatte ich wellentanks (mit flüssigkeiten gefüllte quader aus plexiglas) vom ozeanographischen labor ausgeliehen. die flüssigkeiten darin waren unterschiedlicher dichte und farbe und “schwammen” somit aufeinander. damit war eine scharfe grenzschicht zu erkennen. man konnte den tank an einer seite anheben und so wellen an der grenzschicht erzeugen – das sieht auf jeden fall cool aus, meinen zuhöreren würde so nicht langweilig
ich habe leider im netz keinen wellentank in aktion gefunden, dafür aber einen coolen effekt beim schmelzen von eis an einer wasser-öl grenzschicht
nun aber zur halokline… eine halokline ist die übergangszone zwischen wasserschichten unterschiedlichen salzgehalts. süß- und salzwasserschichten haben eine unterschiedliche dichte und mischen sich kaum, die weniger salzhaltigen schichten “schwimmen” auf den salzhaltigeren auf. dadurch entsteht die halokline oder salzgehaltssprungschicht. da es im gegensatz zum wellentank keinen farbunterschied zwischen den beiden flüssigkeiten gibt, erkennt man die grenzschicht wenn sie scharf ausgebildet ist nur an den effekten z.b. der brechung und reflexion.
wenn man mitten drin ist erkennt man sie daran, das man durch die “schlieren” alles verschwommen sieht. eine halokline kann dann recht scharf ausbildet sein, wenn es wenig turbulenz gibt, also z.b. in höhlen. das ist unglaublich beeindruckend, aber seht selbst (länge 4:24 – halokline bei ca. 2:40)
hier gibt’s übrigends den link zum ersten teil dieses videos.
an einer solchen halokline kann sich genauso eine welle ausbilden, wie an jeder anderen grenzschicht z.b. wie auch an der wasseroberfläche also der grenzschicht zwischen wasser und luft. ein kurioser effekt einer haloklinen internen welle ist das totwasser. so kann ein fahrendes schiff an der haloklinen grenzfläche wellen erzeugen, die die fahrt abbremsen, ohne das die ursache an der oberfläche zu erkennen wäre. die energie die das schiff sozusagen in die vorausfahrt verwenden wollte wird von der internen welle “geschluckt”. diese film hier erklärt das recht gut:
das phänomen des totwassers wurde schon von tacitus so um 100 nach christus im 10ten kapitel der agricola beschrieben: Those waters, they say, are sluggish, and yield with difficulty to the oar, and are not even raised by the wind as other seas. tacitus lag aber mit seinem erklärungsversuch daneben: The reason, I suppose, is that lands and mountains, which are the cause and origin of storms, are here comparatively rare, and also that the vast depths of that unbroken expanse are more slowly set in motion.
was hat das denn nun mit mir zu tun? ich habe aber noch nie eine solche halokline “betaucht” und ich denke das wird doch langsam zeit, oder?
aloha gina