der darwin award ist ein sarkastischer negativpreis. er wird seit 1994 an menschen verliehen, die sich versehentlich selbst töten oder unfruchtbar machen und dabei ein besonderes maß an dummheit zeigen. klar, der name bezieht sich auf charles darwin, den entdecker der natürlichen auslese. der gedanke, der hinter dem preis steht ist, dass ein lebensuntüchtiges individuum seiner spezies einen gefallen tut, wenn es die verbreitung des eigenen erbguts verhindert.
die darwin-award-todesfälle werden auf der gleichnamigen website vorgestellt. alle fälle werden auf echtheit geprüft. die idee des awards stammt übrigens von biologiestudenten der stanford university in kalifornien. sie sammelten skurrile fälle und anekdoten und präsentierten sie auf einer website der universität. nachdem die seite sehr populär wurde, wurde sie ausgelagert. heute werden täglich neue fälle eingestellt und von einer weltweiten fan-gemeinde diskutiert und beurteilt.
das beste: auch einen newsletter gibt’s!
wesentlich getragen wird das projekt durch die molekularbiologin wendy northcutt, die auch die autorin der weiter unten erwähnten darwin-awards-bücher ist. sie gab ihren regulären beruf schließlich auf und widmet sich bis heute dem projekt.
hier ein beispiel für eine solche darwin-award geschichte:
(februar 1998, buenos aires) während eines hitzigen ehestreits, ergriff ein 25jähriger ehemann sein 20jährige ehefrau und warf sie vom balkon der achten etage.
zu seiner bestürzung verhedderte sie sich in der hochspannungleitung darunter und er sprang sofort hinterher. es kann nur darüber spekuliert werden, was seine beweggründe waren – eventuell ärgerte er sich darüber, dass sein plan fehl schlug, eventuell versuchte er reuevoll sie zu retten… welches ziel auch immer er verfolgte, er konnte es nicht erreichen. er verfehlte die hochspannungsleitung komplett und stürtzte zu tode.
der frau gelang es hinüber zum benachbarten balkon zu schwingen und wurde so gerettet.
hier noch eins:
manche männer leisten außergewöhnliches um zu beweisen was für machos sie sind. der franzose pierre pumpille verschob ein parkendes auto dadurch, dass er seinem kopf dagegenrammt. “die frauen dachen ich wäre ein gott”, erklärte er aus seinem krankenhausbett heraus.
wie auch immer göttlich oder nicht, pumpille scheint im vergleich zum polnischen bauern krystof azninski wahrhaftig ein halbes hemd zu sein. dieser steckte seinen claim ab, europas größter macho zu sein, indem er 1995 seinen eigenen kopf abtrennte. azninski, 30, trank mit seinen freunden, als vorgeschlagen wurde sich nackt auszuziehen und ein paar “männerspiele” zu spielen. anfangs schlugen sie sich gegenseitig gefrorenen rüben auf den kopf, doch dann erhöhte einer der männer den einsatz, indem er eine kettensäge ergriff und das ende seines fußes abschnitt. unübertrefflich schnappte azninski die säge, rief “dann schaut euch das an”, schwang sie an seinen kopf und trennte diesen ab.
“es ist witzig,” sagte einer seiner kumpel. “als er jung war zog er die unterwäsche seiner schwester an. nun strab er wie ein mann.”
rainer erzählt mir zur zeit andauernd von irgendwelchen darwin awards, hoffentlich leidet er nicht an prokrastination
es gibt übrigens drei taschenbücher, in denen darwin-award-todesfälle in deutscher sprache abgedruckt sind ( 1, 2, 3), hier übrigens die neuste ausgabe in englischer sprache. ein hörbuch, genauer eine doppel-audio-cd auf der hella von sinnen und dirk bach die geschichten vorlesen, gibt’s auch. wer also keinen rainer hat, der kann sich ja sowas besorgen oder selbst auf der website prokrastinieren
viel spaß!
aloha gina