juhu, ich bin wieder in norddeutschland angekommen!
was gibt’s zu erzählen? first of all: malta ist zum tauchen eine sehr gute wahl, aber das ist denke ich den meisten tauchern klar.
das octopus garden diving centre war auf jeden fall ebenfalls eine entscheidung, die vermutlich besser nicht hätte fallen können.
malta über wasser
malta ist eine stark besiedelte, wenn nicht gar zersiedelte insel, allerdings mit zum teil wunderschöner architektur, die nach maurischen einflüssen aussieht und deren holzerker ich aus den ehemals griechischen siedlungen in der türkei kenne.
ein besuch der hauptstadt valletta lohnt sich auf jeden fall. ebenfalls sehenswert ist die, auch stille stadt genannte, ehemalige hauptstadt mdina (hat mich irgendwie an venedig erinnert, weil auch eine art outdoor museum).
auf malta wird malti gesprochen, eine semitische sprache mit lateinischen buchstaben. diese aus einem arabische dialekt entstandene sprache ist aber gefüllt mit französischem und italienischem vokabular und auch die phonetik mutet italienisch an. da aber nahezu jede/r die zweite amtssprache englisch spricht (malta ist erst 1964 von großbritannien unabhängig geworden) gibt es für touristen praktisch keinen grund es zu lernen. ich fand es dennoch eine gute idee ein phrasenbuch zu kaufen, vieles kennt man, z.b. sind die zahlen nahezu identisch mit den arabischen. selbst wenn die malteser kein englisch sprechen würden wären sie bestimmt immer zur konversation mittels händen und füßen breit.
es gibt nahezu keinen platz auf der insel, den man nicht mit dem öffentlichen personennahverkehr erreichen kann. die busse sind alle weiß-gelb-orange und mit solchen schnörkeln versehen, die ich auch von arabischen und zentralafrikanischen bussen kenne. den fahrplan sollte man nicht zu ernst nehmen, aber die busse die mit ihrer nummer an der haltestelle vermerkt sind, fahren dort auch. nur die intervalle stimmen nicht mit dem plan überein, wenn aber ein bus kommen müsste wird er auch irgendwann kommen. die busfahrer sind zwischen tür und angel zu aussagen zu bewegen; da diese oft sehr knapp ausfallen mag es sein, dass sie nicht sehr hilfreich sind
malta hat kaum trinkwasser, soweit ich weiß besitzt es vier meerwasserentsalzungsanlagen. daher ist sparsamkeit bezüglich des wasserverbrauchs geboten und das wasser schmeckt unverkennbar nach osmoseanlage, eklig aber die haare sind nach dem duschen wunderbar weich.
die malteser sind freundlich, locker, tolerant und dennoch sehr katholisch. an jeder zweiten hauswand ist eine kleine maria oder ein anderes religiöses motiv zu finden. schwangerschaftsabbruch ist strafbar und oben ohne baden verboten, dennoch wirkte das flair auf mich nicht unangenehm, was mich verwundert, denn meine ausgesprochen katholische erziehung hat viele wunde punkte bei mir hinterlassen.
man sagt es gäbe auf malta 365 katholische kirchen, ich habe auch wirklich vieieiele gesehen, die scheinbar aber kaum läuten, denn ich hatte kein problem bei offenem fenster am sonntag morgen auszuschlafen 
historisch werden die 98% katholizismus damit begründet, dass der apostel paulus im jahr 60 n. chr. an der kleinen felseninsel selmunetta schiffbruch erlitten haben soll.
malta unter wasser
das wasser hatte 18-20 °C, konnte also mit meinem biopren
und einem 7mm anzug ohne eisweste aber mit haube und handschuhen betaucht werden. für empfindlichere oder schlankere naturen eher mit eisweste oder gar trocki.
die basis des octopus garden diving centres liegt direkt im hafen in st. paul’s bay und ist sehr gut organisiert und ausgerüstet. in der ersten woche haben wir meist bootstauchgänge, in der zweiten woche eher landtauchgänge unternommen. zu wasser waren wir mit einem kleinen boot oder einem größeren landestypischen bunten luzzu unterwegs, welches die zwei augen des osiris vorne an den bug gemalt hatte. die kapitäne war ebenfalls sehr nett, der eine etwas gesprächiger als der andere aber immer saß vor dem reinspringen eine hand unmerkbar an der flasche oder ein fuß hilfreich an der flosse. auch nach dem auftauchen wurde ideale hilfe geboten – lustige geschichten haben sie auch erzählt
die wetterlage hat neben den zahlreichen steilwänden und canyons das betauchen der comino caves, der alex cave, der coral cave, der höhlen in der anchor bay (bei popeye village), des blue hole, des rozi wracks, der imperial eagle, der P29 boltenhagen und der um el faroud erlaubt.
am besten haben mir die coral cave, die höhlen in der anchor bay, die imperial eagle und die um el faroud gefallen.
zu udo, uwe und stefan von der tauchbasis ist zu sagen: jungs, ihr seid einfach klasse! trotz teils ungünstiger windlage haben die drei immer versucht tauchplätze anzulaufen, die ich noch nicht kannte. so viele beeindruckende höhlen und wracks in so kurzer zeit habe ich nicht für möglich gehalten. die atmosphäre war trotz der brillanten zeitplanung immer stressfrei und entspannt.
malta ist ein sehr schönes tauchgebiet, die tagesausflüge zu den benachbarten inseln gozo und comino haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. zu sehen gibt es nebst den höhlen und der wracks conger aale, bärenkrebse, barrakudas, seeanemonen, korallen, garnelen, seespinnen, langusten, oktopusse, zeus faber (!), sepien, kalamare, seezungen, diverse große und kleine drachenköpfe, die übliche mittelmeerfauna und -flora aber auch mir bisher unbekanntes wie z.b. filigranwürmer (filograna implexa) – es war also nie durchschnittlich.
wir sind mir air malta geflogen, was zwar gut und günstig ist, aber anstatt der gewohnten 30 kg zusätzlichem tauchgepäck nur 15 kg zulässt, das kann bei meinem halcyon jacket mit integriertem blei etwas aufwändig werden. wenn nicht direkt über air malta, sondern über tui und konsorten gebucht wird, scheint das wohl laxer gehandhabt zu werden.
mein fazit: fahrt da hin, denn auch ich komme auf jeden fall wieder!
aloha gina